Beispiele für interdisziplinäre Lehrveranstaltungen

Die Geschlechterforschung in Göttingen ist an interdisziplinären Austausch interessiert und freut sich über gemeinsame Lehrveranstaltungen mit anderen Fächern. Hier finden Sie Beispiele für interdisziplinäres Team-Teaching:

Leitung: Dr. Julia Gruhlich (Geschlechterforschung) & Jun.-Prof. Dr. Federico Vigolo (Mathematisches Institut)

Was ist Mathematik eigentlich – und was hat sie mit Geschlecht zu tun? Warum kennen wir so wenige Mathematikerinnen? Was steckt hinter dem Mythos vom „männlichen Mathe-Genie“? In dieser interdisziplinären Veranstaltung gehen wir der Frage nach, wie Mathematik als wissenschaftliche Disziplin historisch gewachsen ist und wie Geschlechterverhältnisse dabei eine Rolle spielen. Wir setzen uns mit gängigen Stereotypen auseinander, beleuchten strukturelle Hürden für Frauen in der Mathematik und diskutieren die soziale Konstruktion mathematischer Exzellenz.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen Mathematik und Geschlechterforschung. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Bedeutung von Gender in der Mathematik zu entwickeln und die Geschlechterungleichheit in MINT-Fächern kritisch zu reflektieren.

Die Prüfungsleistung besteht aus einem Portfolio mit mehreren Aufgaben, die sich u.a. mit der Sichtbarkeit von Mathematikerinnen, der Institutionalisierung von Mathematik als männlich geprägtem Feld und individuellen Bildungswegen beschäftigen. Ein Teil des Portfolios widmet sich der Dokumentation Picture a Scientist sowie der eigenständigen Recherche zu Biografien von Mathematikerinnen.
Zum Abschluss der Veranstaltung findet eine Stadtführung mit dem Titel „Die Universität und ihre Mathematiker*innen“ statt, durchgeführt von der Tourist-Information Göttingen.

Vorkenntnisse in Mathematik sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich.


Leitung: Dr. Corinna Schmechel und Dr. Ina Alber-Armenat (Soziologie)

In diesem zweisemestrigen Lehrforschungsprojekt werden wir uns mit dem gesellschaftlichen Phänomen der Gesundheitsprävention aus einer geschlechtersoziologischen Perspektive befassen. Insbesondere steht die praktische Anwendung qualitativer Erhebungs- und Auswertungsmethoden im Fokus. Studierende üben die Schritte eines qualitativen Forschungsprojekt und lernen die Methoden der teilnehmenden Beobachtung, qualitativer Interviews und der wissenssoziologischen Diskursanalyse kennen. Sie entwickeln eine eigene Forschungsfrage und sollen mit einem selbstgewählten methodischen Zugang im 1. Teil der Lehrforschung (WiSe 2025/26) eine eigene kleine Erhebung begleitet durch die Dozierenden und die Peers der Seminargruppe durchführen. Im Seminar werden wir gemeinsam die Herausforderungen von Feldzugang, Forschungsethik oder Datenerhebung diskutieren und reflektieren.
Im 2. Teil, der für SoSe 2026 geplant ist, steht dann die Auswertung der Daten im Fokus. Dabei werden wir die Ergebnisse, die mit unterschiedlichen methodischen Zugängen erhoben wurden, in Auswertungsgruppen zusammenführen, um den Forschungsgegenstand Gesundheitsprävention aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Das Projekt ist interdisziplinär angelegt und wird als Team-Teaching-Kooperation von Studienfach Geschlechterforschung und Soziologie angeboten.


Leitung: Dr. Corinna Schmechel

The ENLIGHT Thematic Network on the Impact of Sex and Gender in Health aims to establish a sustainable and interdisciplinary collaborative platform to address a critical but often overlooked dimension of health and wellbeing: the role of sex and gender differences in health outcomes, research, education, and clinical practice. This network brings together a diverse alliance of ENLIGHT institutions to promote structural change, foster innovation, and enhance equity in the health sciences by integrating sex and gender perspectives.
Health outcomes are deeply influenced by both biological (sex-based) and sociocultural (gender-based) factors. Despite this, sex and gender dimensions have traditionally been underrepresented in research protocols, education curricula, and healthcare strategies. This lack of integration has led to significant knowledge gaps, diagnostic biases, and unequal access to quality care. Our network seeks to address these systemic issues through a transdisciplinary approach spanning medicine, pharmacy, nursing, social sciences, public health, law and gender studies.
The ambition of the network is threefold: 1) Raise awareness and literacy around sex and gender health disparities among students, researchers, and professionals; 2) Reduce gender bias in health-related research and education by supporting institutional transformation and 3) Promote co-creation and societal engagement by involving students, citizen groups, and advocacy organizations in shaping educational and public health initiatives.
The project involves 48 researchers from the universities of the Basque Country (Medicine & Nursing, Economics, Education, Social Sciences and Law), Uppsala (Pharmacy and SciLifeLab), Galway (Pharmacy and Biomedical Sciences, Medicine, Nursing and Health Sciences), Bratislava (Pharmacy), Bordeaux (Bordeaux Population Health Inserm Research Center, Humanities, Social Sciences), Göttingen (Gender Studies) and Bern (University Hospital and Institute of Primary Health Care).