Ernst Georg Klauber

Ernst Georg Klauber (*1887 in Wien † 8. Oktober 1914 in Zawíchost/Troica) studierte Assyriologie in Wien, Leipzig und Berlin und promovierte 1910 mit einer Dissertation über „Assyrisches Beamtentum“. Im Sommer 1912 reichte er seine Habilitationsschrift mit dem Titel „Politisch-religiöse Texte aus der Sargonidenzeit“ in Göttingen ein und belebte somit die Göttinger Altorientalistik nach einer Pause von fast 25 Jahren wieder. Nach erfolgter Habilitation im Jahr 1913 lehrte Klauber als Privatdozent für zwei Semester (WS 1913/14 und SS 1914) in Göttingen. Er wurde 1913 auch für die Leidener Professur an zweiter Stelle der Vorschlagsliste in Betracht gezogen. 1914 kehrte Klauber aufgrund des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs kurz nach Wien zurück und rückte dann mit seinem Regiment an die Ostfront aus. Am 8. Oktober 1914 starb Klauber den Heldentod als er für zwei seiner verletzten Kameraden medizinische Hilfe holen wollte.

In seiner kurzen wissenschaftlichen Laufbahn publizierte Klauber mehrere Aufsätze zu der Briefen und Urkunden der Sargondienzeit, welches als sein Spezialgebiet galt. 1913 begann Klauber die Bearbeitung von Traumomina aus dem British Museum, mit dessen Fertigstellung er in seinem Testament seinen Studienfreund, Benno Landsberger beauftragte. Dieser übertrug diese Aufgabe 1951 A. Leo Oppenheim, der sie 1956 unter dem Titel „The interpretation of Dreams in the Ancient near East“ publizierte. Sein wissenschaftlicher Nachlass, inklusive seiner Kopien von den Traumomina, befindet sich noch heute im „Oriental Institute of the University of Chicago“. Seine Privatbibliothek vermachte er der Universität Göttingen, allerdings ist diese, zusammen mit dem nahezu ganzen Bestand des Seminars, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört worden.