Neugigkeiten Prof. Dr. Martínez

[05.02.2026]
Düngerecht: Deutschland steuert auf die nächste rechtliche Eskalation zu

Im Interview mit Table.Briefings macht Prof. Dr. Martínez deutlich:
Die derzeitige Untätigkeit im Düngerecht birgt erhebliche rechtliche Risiken – für den Bund, für die Länder und letztlich für die Landwirtschaft.
  •  Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts sind die verschärften Auflagen in den roten Gebieten faktisch nicht mehr vollziehbar.
  • Gleichzeitig bestehen europarechtliche Verpflichtungen, die Deutschland weiterhin binden. 
  • Ohne eine schnelle und rechtssichere Neuregelung droht ein erneutes Vertragsverletzungsverfahren der EU – mit möglichen Millionenstrafen pro Tag.
Besonders problematisch ist:
Politische Aussagen, die den Eindruck erwecken, die Ausweisung der roten Gebiete sei verzichtbar, können rechtlich genau das Gegenteil bewirken – nämlich eine Ausweitung der Düngebeschränkungen auf ganze Grundwasserkörper (§ 13a Abs. 4 DüV).

Was jetzt gebraucht wird, ist kein politisches Wegducken, sondern:
- eine kurzfristige Übergangslösung zur Wiederherstellung von Rechtssicherheit
- und parallel eine tragfähige, verfassungs‑ und europarechtskonforme Neuregelung des Düngerechts.

Rechtsunsicherheit hilft weder dem Gewässerschutz noch den Landwirten.
Sie erhöht am Ende nur die Kosten – rechtlich, ökologisch und politisch.

Vielen Dank an Cornelia Meyer für das Interview.
Sie können es hier in voller Länge nachlesen (Paywall).