Aktuelle Hinweise


Mittwoch, 03.06.2026, 13 Uhr s.t. – 14.00 Uhr, PH 0.133

Marlene Diers zum Thema
Wittgensteins Sprachspiele und misslungene Kommunikation im Roman

Halbgares und Philosophie am Philosophischen Seminar


Die Idee
Studierende und Lehrende des Philosophischen Seminars treffen sich zum informellen Austausch über philosophische Fragen und Ideen. Vorgestellt werden können erste Ideen für Hausarbeiten, Referate, Aufsätze etc. Gerne können auch offene Fragen aufgeworfen, philosophische Verwunderung oder Zweifel geäußert werden. Es soll vor allem darum gehen, gemeinsam über spannende philosophische Themen nachzudenken.

Das Format
Jede Sitzung beginnt mit einem Input von max. 15 Minuten, danach folgen 45 Minuten gemeinsamer Überlegungen und Diskussion. Währenddessen kann gerne mitgebrachtes Essen verspeist oder ein schmackhafter Kaffee getrunken werden.

Termin und Ort
Mittwochs (14-tägig, antizyklisch zu den Gastvorträgen) von 13.00 Uhr bis 14.00 Uhr (s. t.), PH 0.133, Humboldtallee 19.


Gastvortrag am 10.06.2026, 18 Uhr c.t., PH 20

Ralf Busse (Universität Mainz):

Die Welt an sich und die Welt, in der wir leben


Abstract
Im täglichen Leben und darüber hinaus sind wir mit gewöhnlichen Objekten unterschiedlicher Art und Größe befasst: mit Pflanzen, Gebäuden, Wegen, Möbeln, Tieren, Personen und vielem mehr. All dies ist Teil der Welt, in der wir leben. Aber zählt es auch zur Welt an sich selbst? Zumindest einige der gewöhnlichen Objekte erscheinen so sehr von unserer menschlichen Perspektive geprägt, dass man sie kaum der Welt an sich zuordnen möchte. Was die Welt an sich angeht, würde man sich wohl eher an die Auskünfte unserer besten grundlegenden Naturwissenschaft halten. An sich betrachtet umfasst die Welt demnach eher Elementarteilchen verschiedener Art als Straßen und Schreibtische. Andererseits möchte man die gewöhnlichen Objekte auch nicht als irreal einstufen. Sie sind weder bloßer Schein noch bloße Erdichtungen. Wir stehen damit vor zwei Grundfragen der Metaphysik: Wie lässt sich die Verfasstheit der Welt an sich am besten verstehen? Und wie lässt sich das Verhältnis zwischen der so verstandenen Welt an sich und der Welt der gewöhnlichen Objekte verstehen?
Zu diesen Fragen entwirft der Vortrag ein bestimmtes Gesamtbild. Zur Welt an sich – zur fundamentalen Ebene der Welt im Ganzen – vertritt er einen strukturdefiniten Entitäten-Pluralismus: Diese Ebene besteht in einer Vielzahl von qualitativ charakterisierten Einzelentitäten, und zwar einer an sich bestimmten Vielzahl. Bei der Beantwortung der Frage, was das genau für Entitäten sind, müssen wir uns auf unsere beste Naturwissenschaft stützen. Aber anders als derzeit vertretene nihilistische, strukturalistische, monistische und relativistische Metaphysiken annehmen, sind es Einzelentitäten, es sind sehr viele davon, und es liegt objektiv fest, welche das sind.
Zum Verhältnis der Welt an sich zu gewöhnlichen Objekten vertritt der Vortrag eine Version der Fundierungstheorie (grounding theory). Zu den Besonderheiten zählt, dass viele spezifische Fundierungsbeziehungen angenommen werden, dass sie in einem ideal-begrifflichen, aber objektiven Reich angesiedelt werden und dass ihnen eine inferenzielle, d.h. schlussartige Natur zugeschrieben wird. Man kann die Position daher treffend als inferenzialistischen objektiven Konzeptualismus über Fundierung bezeichnen.


Ab dem WiSe 25/26 können in den M.A.-Modulen M.Phi.100 und M.Phi.104-107 die „großen“ Modulprüfungen (Hausarbeiten und mündliche Prüfungen) grundsätzlich auch in Seminaren abgelegt werden, denen diese Module zugeordnet sind, und nicht mehr nur in Hauptseminaren (und Kolloquien). Welche konkrete Prüfungsform dabei angeboten wird, entscheiden die Lehrenden.
Die Änderung ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in den Amtlichen Mitteilungen abgebildet (wir warten noch darauf), das Philosophische Seminar hat sie aber schon im Lehrplan für das kommende Semester berücksichtigt. Dadurch haben Master-Studierende eine deutlich größere Auswahl an Lehrveranstaltungen bei der Belegung der Module.

 
Leitlinien zum Umgang mit KI-Werkzeugen in Prüfungsleistungen am Philosophischen Seminar

Das Philosophische Seminar möchte auch künftig schriftliche Arbeiten wie Essays und Hausarbeiten als Prüfungsformen beibehalten, da es sich hierbei um für das fachliche Lernen besonders fruchtbare Formate handelt. In Lehrveranstaltungen wird transparent kommuniziert, dass beim Anfertigen dieser Arbeiten der Einsatz von KI-Werkzeugen lediglich in dem Rahmen erlaubt ist, der dem Philosophieren und philosophischen Lernen nicht entgegensteht. Von Studierenden wird erwartet, dass sie sich eigenständig mit den philosophischen Gedanken und Texten anderer auseinandersetzen, eigene philosophische Überlegungen entwickeln und diese gemäß den wissenschaftlichen Standards des Faches verschriftlichen.

Leitlinien:

Die Lehrenden des Philosophischen Seminars erwarten bei schriftlichen Arbeiten, die als Prüfungsleistungen eingereicht werden, 

  • dass diese selbstständig angefertigt wurden und KI-Werkzeuge, wenn überhaupt, ausschließlich für die Literaturrecherche sowie für Korrektur- oder Übersetzungszwecke genutzt wurden;
  • dass die Arbeiten weder in Teilen noch in Gänze durch KI-Werkzeuge erstellt wurden, sondern in Struktur, Inhalt und sprachlicher Ausgestaltung eine eigenständige Leistung darstellen;
  • dass die Vorschläge der verwendeten KI-Werkzeuge für Literaturrecherche, Korrektur oder Übersetzungen überprüft und ggf. bearbeitet wurden und die Studierenden die volle Verantwortung für den eingereichten Text übernehmen;
  • dass die Studierenden zur Kenntnis genommen haben, dass die Verwendung von KI-Werkzeugen für die Textproduktion als Täuschungsversuch geahndet wird sowie,
  • dass die direkte oder sinngemäße Übernahme fremden Gedankenguts ohne korrekte Belege als Plagiat geahndet wird.


September 2025